Stoneman Miriquidi, 3 Tage durch’s Erzgebirge

…eigentlich sind wir ja keine MTBker, aber seit letztem Jahr treffen wir uns 1x im Jahr mit Freunden aus Bayern zu einem Radwochenende irgendwo auf halbem Weg. Da dieses Jahr das Erzgebirge dran war, fiel mir die vielgepriesene Stonemann-Runde ein. Von “Super, das machen wir” bis “ooh, 4.400 Hm !!!” waren die Antworten. Wir haben es locker gesehen, uns nicht für die Trophäe angemeldet und sind an einem Sonnabend früh zu viert den Fichtelberg zur Aufwärmung raufgefahren.stoneman 2018_1 Hier trafen wir ein tschechisches Paar, welches fast gleichzeitig mit uns zum Stoneman aufgebrochen ist. Na und dann ging es immer so weiter an den zahlreichen Wegweisern entlang über den Bärenstein, den Pöhl- und den Scheibenberg vorbei am Pumpspeicherwerk Markersbach, bis dann langsam der Abend kam. Nach 80km und 1775 Hm war für den ersten Tag die Luft raus und, nachdem die erste Herberge voll war, gg. 19:30 Uhr das noble Landhotel Rittersgrün ein willkommenes Tagesziel. Und, die beiden Tschechen waren auch hier untergekommen.

Am nächsten Tag, mit Restschmerzen und Sitzcreme im Sitzfleisch, ging es bei bestem Sonnenschein in Richtung Rabenberg. Die Frauen sparten danach ein paar Höhenmeter, in dem Sie Plätze in einem Gasthaus für uns freihielten und schon mal leckere sächsiche Hausmannskost probierten, während wir Männer den Auersberg vernaschten. Danach stellten wir fest, dass der Tag schon viele Stunden, aber erst wenige Kilometer alt ist und ja noch ein Tagesziel gefunden werden muss. Also auf über Johanngeorgenstadt nach Tschechien. Nach vielen Stunden in schönster Natur gab es am Grenzübergang einen kleinen Kulturschock, ein buntester Markt mit allerlei Klimbim. Nur schnell weiter, weg hier zurück in den Wald und natürlich: BERGAUF! zum Plattenberg. Nach ca. 60km und 1.500 Hm erreichten wir Abertamy. Das Motto war, die erste vernünftige Unterkunft nehmen wir. Hat auf Anhieb geklappt, alte Villa am Stadtrand. Eine Kneipe im Ort hatte was zu essen, dafür aber was sehr gutes. Und, die beiden Tschechen saßen auch darin und hatten in der gleichen Villa Quartier gefunden. Nachdem die Bürgersteige um 20 Uhr hochgeklappt waren kosteten wir noch ein gutes tschechisches Tagesabschlussbier.Stoneman 2018_2

Die Schlußetappe führte uns noch über den Plessberg, gefolgt von einem unendlich tiefen Tal. In Jachymov lag ein schönes Kurcafe direkt am Weg, da konnten wir nicht vorbei ohne verbrannte Kcal aufzufüllen. Denn der vor uns liegende Schlußgipfel hatte es noch mal in sich. Zum Keilberg waren es jetzt noch ca. 550Hm! Aber den Zielberg wollten wir uns alle nicht nehmen lassen und so ging es langsam aber stetig bergauf. Geschafft!

Am Ziel im Oberwiesenthal angekommen standen bei mir 175km und 4504 Hm auf dem Tacho.  175km über bestens ausgesuchte und gekennzeichnete Wege und Trails, eine gute Mischung von Auf- und Abfahrten, Waldautobahnen und kniffligen Trails, Wiesen, Feldwege und wenig Straße. Über 9 der höchsten Erzgebirgsgipfel mit Bergbauden, Türmen und traumhafte Aussichten. Gerne mal wieder. Es waren immer mal wieder Stonemanner und -Frauen auf der Strecke zu sehen, aber es war nie “überfüllt”.

Übrigens: es gibt auch einen Stoneman Miriquidi Road, 290km/4.900Hm mit 13 “giftigen” Rampen. Aber ob ich dazu Lust hätte, nachdem ich das Erzgebirge so schön verkehrsfrei kennengelernt habe …

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